Primarschule Uster
An der Musikschule Uster erleben Kinder und Jugendliche, was es heisst, Teil eines musikalischen Ganzen zu sein.
Die Musikschule Uster (MSU) ist das Kompetenzzentrum für musikalische Bildung in Uster, Greifensee und Mönchaltorf. Rund 1500 Schülerinnen nutzen das breite Angebot. Über 70 Lehrpersonen unterrichten – vom Eltern-Kind-Singen ab zwei Jahren über Instrumentalunterricht bis hin zu Kammermusik, Rockbands oder grossen Orchestern.
«Für alle, die Musik lernen und machen wollen, sind wir die erste Adresse in der Region», sagt Schulleiter Ekkehard Sassenhausen. Und er betont: «Musik fördert alle Sinne. Die Hirnforschung zeigt, dass sich Musizieren positiv auf Entwicklung und Motorik auswirkt.»
Das Musikschulzentrum Dorf in Uster: Hier werden grosse Auftritte vorbereitet.
Ob Chor, Band oder Orchester – das gemeinsame Musizieren ist ein zentraler Bestandteil der Musikschule. Hier lernen Kinder, Verantwortung zu übernehmen und Teil eines Ganzen zu sein. «Das Wichtigste ist das aufeinander Hören», erklärt Schulleiter Dominik Burger. «Jüngere wachsen ins Ensemble hinein, Erfahrene übernehmen Führungsrollen – und alle lernen voneinander.» Sassenhausen ergänzt: «Im Ensemble erleben die Kinder, wie sie voneinander profitieren. Wer zum Beispiel unsicher im Rhythmus ist, kann sich an anderen orientieren und wächst daran.»
So entsteht ein Gemeinschaftserlebnis, das weit über die Musik hinausgeht. Wer im Ensemble mitspielt, erfährt ähnlich wie im Sport Teamarbeit.
Ekkehard Sassenhausen leitet die Musikschule Uster seit 2007.
Dominik Burgers Geschichte an der MSU begann bereits 1987.
Ekkehard Sassenhausen: Seit 2007 leitet er die Musikschule Uster. Er besitzt ein Konzertdiplom als Saxophonist und macht auch privat leidenschaftlich Musik – insbesondere Jazz und Modern Jazz, aber auch Performances und Meditations- bzw. indische Musik. Wie er selbst sagt: «Musik ist mein Leben – im und ausserhalb vom Job.» Übrigens: Dominik und Ekkehard musizieren neben der Arbeit seit vielen Jahren gemeinsam in eigenen Projekten.
Dominik Burger: Seine Geschichte an der MSU beginnt 1987 als Schlagzeuglehrer. Seit zehn Jahren ist er Schulleiter und parallel unterrichtet er weiterhin. Ensembles sind seine Spezialität: Seit 1992 arbeitet er mit Rockbands und einem Erwachsenen-Jazz-Ensemble, und seit fünf Jahren leitet er die Jugend-Bigband. Burgers Herz schlägt im Takt mit seinem liebsten Instrument, dem Schlagzeug. «Aus meiner Sicht ist es das wichtigste Instrument, wie es auch der US-Schlagzeuger Max Roach einst formulierte», sagt Burger mit einem Augenzwinkern.
Wie nachhaltig diese Erfahrung wirkt, zeigt die Geschichte von Felix Niggli. Als kleiner Bub begann er mit Trompete an der MSU und war Teil des Zusammenspiels – heute unterrichtet er selbst an der Musikschule.
«Solche Geschichten zeigen uns: Wir prägen Karrieren von jungen Menschen und haben eine gute Atmosphäre. Die Leute kommen gerne zu uns zurück», sagt Burger stolz.
Ein jährliches Highlight ist das Herbstmusiklager in den Bündner Bergen, wo 70 Kinder eine Woche voller Musik, Proben und Gemeinschaft erleben. Das diesjährige Motto war «MISCHEN (IM)POSSIBEL». Dieses zeigt auf, dass trotz grosser Niveau- und Altersunterschiede der Teilnehmenden ein phänomenales Endprodukt geschaffen werden kann.
Umso wichtiger war eine gute Vorbereitung. Dominik Burger erklärt: «Das Lagerleitungsteam arrangierte die Stücke so, dass im Lager alle ihren Platz fanden – egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene.» Schon im Sommer wurden die Noten verteilt, damit alle vorbereitet ins Lager reisen konnten. So gelang es, dass die Kinder gemeinsam an einem grossen Ziel arbeiten konnten.
Eine Woche lang wurde intensiv gesungen und musiziert – und trotzdem blieb Zeit für Sport, Spiel und Gemeinschaft. Den krönenden Abschluss bildete das Konzert im Musikcontainer Uster am 11. Oktober. Dort zeigten die Kinder, was sie in nur einer Woche gemeinsam erarbeitet hatten.
Aufgeführt wurde ein bunter Mix aus Klassik und Pop: etwa Carl Orffs Carmina Burana oder I'm Still Standing von Elton John.
Ein solch grosses Lager mit krönendem Abschluss auf die Beine zu stellen, ist ein organisatorischer Kraftakt. Doch im Moment des Schlusskonzertes zähle nur eines, so Sassenhausen: «Wenn die Kinder auf der Bühne voller Freude musizieren, wissen wir: Der Einsatz hat sich gelohnt.»
Das Zusammenspiel ist für viele Kinder der Schlüssel, damit sie langfristig musizieren. Gerade beim Übergang in die Sek oder ins Gymnasium, wenn es schwerer fällt, Zeit zu finden, bleiben jene dabei, welche die Kraft des Miteinanders gespürt haben. Oder wie Burger passend zusammenfasst: «Musik im Ensemble ist mehr als Unterricht – es ist eine Erfahrung fürs Leben.»
Das Herbstmusiklager 2026 findet vom 3. bis 9. Oktober in Tschamut (GR) statt. Das Lagerkonzert folgt am Samstag, 10. Oktober 2026, um 13 Uhr im Musikcontainer Uster.
Teilnehmen dürfen Kinder und Jugendliche der Jahrgänge 2009 bis 2016, die seit mindestens einem Jahr den Unterricht in einem Instrument, Gesang, Chor, Orchester oder Band besuchen.
Die Anmeldung läuft von April bis Ende Mai 2026.