Elterninfo
2025 N° 3
Primarschule Uster
Logo Stadt Uster
Forum

Schulweg? Kann ich!

Allein in den Kindergarten oder in die Schule zu gehen, ist ein wichtiger Schritt für Kinder. Es stärkt ihre Selbstständigkeit, ermöglicht neue Erfahrungen und fördert den Austausch.

Ob zu Fuss, auf dem Skateboard oder mit dem Velo: Wir erinnern uns vermutlich alle an unseren eigenen Schulweg. Allein in den Kindergarten oder in die Schule zu gehen, ist ein Meilenstein im Leben von Kindern. Wenn möglich sollten sie den Schulweg deshalb selbstständig gehen, zusammen mit anderen Kindern.

Lernen fürs Leben

Franziska Karpf, die eine 6. Klasse im Schulhaus Pünt unterrichtet, sieht klare Vorteile darin, dass die Kinder den Schulweg selbst bestreiten: «Einerseits spielt die soziale Komponente eine grosse Rolle, es wird geplaudert, die Kinder tauschen sich aus. Andererseits ist es sehr wichtig, dass sie Verantwortung im Strassenverkehr übernehmen.»

Wichtig sei, dass der Schulweg die Kinder nicht überfordert, sagt Laurent von Rotz, Verkehrsinstruktor der Stadtpolizei Uster. «Nicht immer ist der kürzeste Weg auch der sichererste, und je nach Entwicklungsstand müssen jüngere Kinder die ersten Wochen begleitet werden.» Am besten wählt man weniger befahrene Strassen aus wie Quartierwege. Wenn das nicht möglich ist, sollten die Kinder auf mögliche Gefahren aufmerksam gemacht werden. Wo die Schulwege gar nicht zumutbar sind, weil sie komplex oder lange sind, werden in Uster Schulbusse oder Begleitungen eingesetzt.

Bitte kein Tracking der Kinder

Mit Kindersmartwatches können Eltern ihre Kinder orten und je nach Modell können die Kinder ihre Eltern erreichen.

Das Tracking von Kindern durch technische Hilfsmittel suggeriert Eltern Sicherheit, bringt aber Risiken und Nebenwirkungen mit sich. Es kann die kindliche Entwicklung, das Selbstbewusstsein und das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind negativ beeinflussen. Die tatsächliche Sicherheit wird kaum erhöht, während neue Risiken (z. B. Datenmissbrauch) entstehen.

Auch Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre und sollten deshalb in die Entscheidung über Tracking einbezogen werden. Für die Förderung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung ist es sinnvoller, auf Vertrauen und offene Kommunikation zu setzen, statt auf permanente Überwachung.

Sicherheit im Strassenverkehr

Wie sich die Kinder sicher verhalten, lernen sie von ihren Eltern und später im Verkehrsunterricht in Kindergarten und Schule. Wie können Eltern ihre Kinder am besten darauf vorbereiten? Laurent von Rotz: «Durch gemeinsames und geduldiges üben schon vor dem Kindergarten- oder Schulanfang.» Wenige einfache Regeln können sich die Kinder gut merken: Am Strassenrand warten, auf beide Seiten schauen und warten, bis bei den Fahrzeugen die Räder ganz stillstehen. «Erst dann sollten Kinder auf die Strasse laufen», so der Verkehrsinstruktor.

«Die Rücksichtnahme unter den Kindern funktioniert gut.»
Verkehrsinstruktor Laurent von Rotz

Die Erfahrung zeige, dass Kinder, die schon an den Verkehr gewohnt sind, im Kindergarten weniger Schwierigkeiten haben, die Strasse sicher zu überqueren als jene, die mit dem Auto gefahren oder von den Eltern begleitet werden. Auch später gebe es je nach Alter Herausforderungen: «Ab der Unterstufe sind die Trottinetts und ihre Geschwindigkeit besonders bei Talfahrten teilweise ein Problem», so Laurent von Rotz. Kinder könnten die Gefahren bei höheren Geschwindigkeiten oft zu wenig gut abschätzen. Später könne es auf den Trottoirs eng werden, wenn sie mit den Velos zur Schule fahren. «Die Rücksichtnahme unter den Kindern funktioniert aber gut», ergänzt er.

Verkehrsschulung an der Schule

Das Thema Sicherheit im Verkehr begleitet die Kinder vom Kindergarten bis zur Veloprüfung in der 5. Klasse. Wichtige Inhalte sind die Regel «Luege, lose, laufe», der Umgang mit fahrzeugähnlichen Geräten wie Skateboard oder Trottinetts, das Velofahren sowie Verkehrsregeln und -signale. Eine Übersicht über die Massnahmen bietet der Kompass für Prävention.

Abenteuerliche Schulwege

«Bei Streitigkeiten können wir diese mit den Kindern besprechen und eine Lösung suchen.»
Franziska Karpf, Lehrerin im Pünt

Streit auf dem Schulweg?

Auf dem Schulweg wird vor allem gespielt, geplaudert, entdeckt und gelacht – aber manchmal gibt es auch Streit. Der Schulweg liege in der Verantwortung der Eltern, nicht der Lehrpersonen, sagt Franziska Karpf. «Bei Streitigkeiten oder Ähnlichem können wir diese aber sicher mit den Kindern besprechen und eine Lösung suchen.»

Sie erinnert sich an ihren eigenen Schulweg: «Wir haben oft gesungen und gequatscht. Es herrschte meist ausgelassene Stimmung. Manchmal hatten wir auch Meinungsverschiedenheiten, die wir dann fleissig diskutiert haben.» Auch das gehört zum Leben und zum Erwachsenwerden.

Tipps rund um den sicheren Schulweg:

Weitere Artikel zum Thema